• Thematisch breit gefächert: Wahlforum zu den Wahlen 2021

            Über die Zukunft von Französisch Buchholz haben am 5. August 2021 auf Einladung des Buchholzer Laubfrosch e.V., dem Schulförderverein der Jeanne-Barez-Schule, die Spitzenkandidaten der Bezirksverordnetenversammlung Pankow und für das Abgeordnetenhaus der Pankower Wahlkreise 1 und 2 gesprochen. Der Laubfrosch wurde durch den Bürgerverein Französisch Buchholz e.V. unterstützt.

            Das Wahlforum war die erste Veranstaltung im neuen Erweiterungsbau der gelben Schule. Dieser Neubau und eine weitere Sporthalle sind das Ergebnis von Diskussionen und Forderungen, die 2013 ihren Anfang nahmen und die 2016 zu einer Demonstration mit fast 3.000 Teilnehmern führten. Zudem moderierte im Februar 2016 der leider viel zu früh verstorbene Andrew Walde eine politische Diskussionsrunde, die wichtige Impulse gab. Daran erinnerte Schulleiter Thomas Emrich in seiner Begrüßung. Die zusätzlichen Schulplätze, so Herr Emrich, seien maßgeblich dem seinerzeitigen Elternvertreter Lars Bocian zu verdanken, der nunmehr in anderer Funktion, nämlich als Diskutant zugegen sei.

            Diskutiert wurde eine ganze Reihe von Themen wie etwa die örtliche Schul-, Bau- und Verkehrspolitik, aber auch aktuelle und konkrete Fragen zu den zerstörten Hugenottengräbern oder zum Tempohome auf der Elisabeth-Aue. Die Moderation hatten Olaf Gratzke und Jens Tangenberg inne, beide jeweils die Vorsitzenden der beiden einladenden Vereine. Die Organisation oblag Helmut Jansen.

            Ein Video zum Wahlforum steht auf Youtube zur Verfügung, siehe den angefügten Link.


            Diskutanten:

            • DIE LINKE - Matthias Zarbock
            • SPD - Rona Tietje und Willi Francke
            • Grüne: Cordelia Koch, Christoph Göring und Susanne Jahn
            • CDU: Denise Bittner, Johannes Kraft und Lars Bocian
            • FDP: Maria Wandel
            • AfD: Daniel Krüger
          • Erweiterungsbau der Jeanne-Barez-Schule übergeben

            Die Erweiterung der Jeanne-Barez-Schule am Standort der „gelben Schule“ in der Hauptstraße 66 in Französisch Buchholz ist die erste abgeschlossene Maßnahme des „Modellvorhabens zur Beschleunigung von Schulneubauten - MOBS“. Am 13. Juli 2021 erfolgte die formale Schlüsselübergabe an die Schulleitung. Die feierliche Übergabe soll im September erfolgen. Damit werden quasi auch die durch Corona entfallenen Feierlichkeiten zum Baustart im März 2019 nachgeholt.

            Über den Erweiterungsbau freuen sich ganz besonders der damalige Vorsitzende des Schulfördervereins (Buchholzer Laubfrosch e.V.), Helmut Jansen, und der damalige Vorsitzende der Gesamtelternvertretung, Lars Bocian. Denn „MOBS“ nahm vor fünf Jahren seinen Anfang in unserer Grundschule und ist vor allem ein Verdienst der engagierten Buchholzer Eltern. Und das kam so:

            Die aktuelle Sommerausgabe der PANKOW-NEWS (siehe Link) spricht den Bau von Schul- und Sportstätten als eine der größten Herausforderungen an. Denn: „Derzeit lernen über 36.000 Kinder an den öffentlichen Schulen im Bezirk und bis zum Schuljahr 2028/29 rechnen wir mit über 45.000.“

            Das klang 2013 noch ganz anders, als nach einer der Schulkonferenz mitgeteilten Verlautbarung der Berliner Senat für Französisch Buchholz perspektivisch von einer stagnierenden, wenn nicht gar rückläufigen Entwicklung ausging. Die Eltern hielten dagegen, weil die immer länger werdende Warteschlange vor der Essensausgabe und die zunehmende Umwandlung von Fach- und Sozialräumen in Klassenzimmer sichtbare Zeichen für eine deutliche Überschreitung der Aufnahmekapazität waren. Das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen brachte dann der Bebauungsplan für die Fläche der ehemaligen gärtnerischen Produktionsgenossenschaft GPG Kleeblatt mit 160 Wohneinheiten im Einzugsbereich der Grundschule. Bedenken der Schulverwaltung, dass „eine vom Schulgesetz vorgeschriebene wohnortnahe Versorgung mit Grundschulplätzen ohne zusätzliche Kapazitäten gefährdet sei“, wurden ignoriert.

            Nun ist es in Berlin (leider) so, dass sich nur dann etwas wirklich bewegt, wenn Missstände öffentlichkeitswirksam beklagt werden. Buchholz hatte zudem den Nachteil, dass die im Randbereich gelegenen Ortsteile bei der Mehrheit der Pankower Ortspolitiker nicht in deren Fokus lagen. So wurden in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) die Buchholzer Schulprobleme als Luxusprobleme abgetan.

            Was sich dann abspielte, beschreiben Helmut Jansen und Lars Bocian so: Die Elternsprecher waren kurzfristig zu einer Konferenz eingeladen, um über das weitere Vorgehen zu sprechen. Aus beruflichen Gründen konnten sich aber Helmut und Lars vorab nicht groß abstimmen und Helmut kam zudem kurz vor knapp zur Sitzung. Der Saal war proppenvoll mit Eltern und es lag Spannung in der Luft. Lars sagte zu den Eltern: „Wir werden eine Demonstration machen und alle Buchholzer Eltern sowie die Presse dazu einladen!“ Helmut: „Was machen wir?“ Lars: „Eine große Demo.“ Helmut: „Klar!“ Folge dieses blinden Verständnisses war die Erarbeitung von Presse- und Hintergrundinformationen nachts rund um drei Uhr, gefolgt von etlichen eiligen Terminen zur Organisation.

            Doch der Stress hatte sich gelohnt. Im Januar 2016 demonstrierten mehr als 2000 Schüler, Kitakinder, Erzieher, Lehrer und Eltern mit bunten Plakaten für mehr Schulplätze. Es folgten Proteste in der BVV Pankow und eine öffentliche Diskussionsrunde mit Politikern in der Treffpunktgemeinde. Sowohl die Abendschau im rbb-Fernsehen wie auch wiederholt die Berliner Zeitungen griffen das Thema auf, zumal die Buchholzer Schulprobleme typisch für ganz Berlin waren.

            In einer gemeinsamen Pressemitteilung vom Dezember 2017 der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sowie der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie wurde schließlich die Berliner Schulbauoffensive vorgestellt (siehe Link). Die Berliner Schulbaupolitik ist und bleibt nicht frei von Kritik, aber die Buchholzer wie auch die Kitakinder der umliegenden Ortsteile können sich auf neue Schulplätze ab dem Schuljahr 2021/22 freuen. Überdies ist bereits die ebenfalls geforderte Oberschule mit gymnasialer Oberstufe auf der Elisabeth-Aue zugesagt (siehe Link).